Biografie
Der Autor
Gilbert Keith Chesterton wurde am 29. Mai 1874 in Kensington, London geboren. Er besuchte die St Paul's School und studierte an der Slade School of Art (Illustration) sowie Literatur am University College London – ohne Abschluss.
Von 1896 bis 1902 arbeitete er für Londoner Verlage als freiberuflicher Kunst- und Literaturkritiker. Ab 1900 wurde er freier Schriftsteller und einer der produktivsten Autoren seiner Zeit: ca. 80 Bücher, einige hundert Gedichte, ca. 200 Kurzgeschichten und ca. 4.000 Essays.
1922 konvertierte er zum Katholizismus – begleitet von Father John O'Connor, dem realen Vorbild für Pater Brown. 1935 wurde er für den Nobelpreis für Literatur nominiert. Er starb am 14. Juni 1936 in Beaconsfield.

Werk
Chestertons Werk
Seine bekannteste Schöpfung: Father Brown – 49 Kurzgeschichten, veröffentlicht in fünf Sammlungen zwischen 1911 und 1935. Daneben schrieb Chesterton Romane wie „Der Mann, der Donnerstag war" (1908), apologetische Werke wie „Orthodoxie" und „The Everlasting Man" (das C.S. Lewis' Konversion beeinflusste), sowie Biografien über Thomas von Aquin und Franz von Assisi.
Die fünf Father-Brown-Sammlungen
The Innocence of Father Brown
1911Die erste Sammlung mit 12 Kurzgeschichten
The Wisdom of Father Brown
1914Die zweite Sammlung
The Incredulity of Father Brown
1926Die dritte Sammlung
The Secret of Father Brown
1927Die vierte Sammlung
The Scandal of Father Brown
1935Die fünfte und letzte Sammlung
Chesterton galt als „Meister des Paradoxen" – er spielte mit Lesererwartungen und überraschte mit brillanten Widersprüchen. Seine öffentlichen Dispute mit H.G. Wells, George Bernard Shaw und Bertrand Russell sind legendär. Mehr zur Übersetzungsgeschichte und literarischen Einordnung in den Editorischen Notizen nach Hanswilhelm Haefs.



Die Figur
Chesterton & Pater Brown
Father John O'Connor, ein katholischer Priester aus Yorkshire, war das reale Vorbild für Pater Brown. Chesterton war fasziniert davon, wie gut O'Connor die dunklen Seiten der menschlichen Natur verstand – obwohl er so mild und unscheinbar wirkte.
Pater Brown ist das Gegenteil von Sherlock Holmes: Nicht Logik, sondern Empathie. Brown löst Fälle, indem er sich in den Täter hineinversetzt – er versteht die Sünde, weil er die menschliche Natur kennt. Die Todsünden sind ein wiederkehrendes Motiv in Chestertons Geschichten.
Mehr zur Figur und ihren Verfilmungen auf der Pater-Brown-Übersichtsseite.
Stimmen
Über Chesterton
„Chesterton ist so heiter, dass man meinen könnte, er habe die Lösung gefunden."
— Franz Kafka
„Chesterton war einer der wenigen wirklich großen Autoren unserer Zeit."
— Jorge Luis Borges
„Er war der brillanteste Krimiautor seiner Generation."
— P.D. James
Erbe
Chestertons Erbe heute
Chestertons Pater Brown lebt weiter – in Verfilmungen, Hörspielen und auf der Bühne. Die BBC-Serie „Father Brown" mit Mark Williams läuft seit 2013 erfolgreich. Die Maritim-Hörspiele sind Klassiker.
Und jetzt gibt es das Pater Brown Live-Hörspiel – Chestertons Geschichten, live auf der Bühne, mit allen Geräuschen erzeugt durch Beatboxer Marvelin. Mehr zu den Pater-Brown-Hörspielen.


